Aktivitäten / Fotos    -    2016/17

Schüler der Salier-Gemeinschaftsschule haben in einem Berufsorientierungsprojekt ein Hasengehege gebaut.

Waiblingen. Schüler der Klassenstufen sieben und acht haben in einem Projekt zur Berufsorientierung ein Hasengehege für die Hasen der Salier-Gemeinschaftsschule gebaut. Über mehrere Monate hinweg werkelten die Schüler fleißig und entdeckten dabei neue Fähigkeiten. Das Ergebnis haben sie nun präsentiert.

Im sonnendurchströmten Innenhof der Salier-Gemeinschaftsschule ist in den vergangenen Monaten fleißig gesägt und montiert worden. Schüler der Klassen sieben und acht arbeiteten in dem Projekt „Kooperative Berufsorientierung“, kurz „KooBO“ (siehe Infobox), an einem neuen Hasengehege. Begleitet wurde das Projekt von den Fachlehrern Kai Singer, Ahmet Tekin und der Projektleiterin Karin Paletschek-Cornau von der Berufsbildungseinrichtung BBQ.

Im Schulgebäude hängt ein Plakat, auf dem die Schüler den Bau in Bildern dokumentiert haben. So sind sie zum Beispiel auf einem Foto bei der gemeinsamen Planung mit Rüdiger Eymann zu sehen, der in Baltmannsweiler einen Holzbaubetrieb leitet. Ihn konnten sie während ihres Projekts als Experten um Rat fragen. Außerdem half er den Schülern, ein Konzept zu entwickeln, wie sich der Hasenstall nicht nur praktisch, sondern auch finanziell stemmen lässt. Dafür eigneten die Jugendlichen sich Fachwissen über verschiedene Materialien an.

Wichtig war den Projektteilnehmern dabei auch, dass die Besucher des Geheges eine gute Sicht auf die Hasen haben. Um ihre Vorstellungen zu verwirklichen, entschieden sich die Schüler für Holzbretter aus Robinienholz. Diese wurden in kurzen Abständen durch ein Hasenstallgitter verbunden. Um dem Gehege ein einzigartiges Aussehen zu verleihen, wurde jedes Brett am oberen Ende zu einem Motiv geschnitzt.

Hasenohren, Herzen und Möhren zieren den Zaun

Dabei ließen die Jungen und Mädchen ihrer Kreativität freien Lauf: So entstanden beispielsweise Hasenohren, Herzen oder Möhren. Während ihrer Arbeit entdeckten die jungen Menschen außerdem neue Fähigkeiten, lernten Arbeitsweisen und betriebliche Abläufe vor Ort kennen und unterstützen und halfen sich gegenseitig. „Wir sind ein richtiges Team geworden“, berichtet die Schülerin Valentina Francchina. Die Achtklässlerin hat durch das „KooBo“-Programm im vergangenen Jahr ihre Leidenschaft für das praktische Arbeiten entdeckt. „Mit Holz arbeiten ist toll. In den Ferien mache ich ein Praktikum in einer Schreinerei“, sagt sie überglücklich.

Auch ihre Freundinnen Sina Heyd und Rebecca Höhne sind schon zum zweiten Mal mit dabei. „Es hat uns super viel Spaß gemacht, auch wenn’s schon manchmal anstrengend war“, da sind sie sich einig. Für ihr Projekt haben die Schüler an manchen Tagen volle sechs Stunden lang gearbeitet. Das „KooBo“ erstreckt sich zwar gewöhnlich über ein ganzes Jahr und sieht nur zwei bis drei Schulstunden pro Woche als Arbeitsaufwand vor, doch ein so großes Projekt wie den Bau eines ganzen Hasengeheges konnten die Schüler in fünf Monaten nur bewältigen, indem sie intensiv und komprimiert arbeiteten. Zwei Monate nahm alleine die Planung in Anspruch.

Doch ihre Arbeit kann sich sehen lassen: Vor allem die Grundschüler besuchen das Gehege gerne in den Pausen. Die drei Hasen, die zuvor in kleineren Hasenställen gehaust haben, genießen die weitläufige Fläche und ihr neues Haus sehr. Auch Fluchtversuche sind nun nicht mehr möglich – früher waren sie hin und wieder aus Versehen im Schulhaus gelandet. Dafür finden die Hasen, die in der Sonne fläzen, es in ihrem neuen Gehege offenbar auch viel zu schön.

Im selben Innenhof, in dem auch die Hasen hausen, befindet sich außerdem noch der Fisch- und Schildkrötenteich der Schule. Treffend bezeichnet der betreuende Fachlehrer Kai Singer das Gesamtbild als „Zoo-Innenhöfle“. Alle Schüler sind hier willkommen und dürfen sich mit den Tieren beschäftigen. Besian Kurtishaj steigt ganz selbstverständlich in das Hasengehege und streichelt die flauschigen Tiere. Auch dem Siebtklässler und seinen Klassenkameraden hat das Projekt gut gefallen. Zwar können sie sich das Zimmermannshandwerk nicht als Beruf vorstellen, aber haben durch ihre Erfahrungen ein neues Hobby gefunden. „Das Bohren und Schrauben hat am meisten Spaß gemacht. Ich würde jederzeit wieder mitmachen“, sagt Ziya Korkmaz. Die Schüler sind mit sich zufrieden. Zum Abschluss erhalten alle 13 Teilnehmer ein Zertifikat, auf das sie sichtlich stolz sind.

Bericht Waiblinger Kreiszeitung Teresa Sommer / Gruppenfoto Alexandra Palmizi